WMDEDGT 09/20.

Ja, ja, ich weiß. Ich bin satte neun Tage zu spät zum monatlichen „Was machst du eigentlich den ganzen Tag“-Blogbeitrag (initiiert von der wunderbaren Frau Brüllen), den ich sowieso seit Mai nicht mehr gemacht habe. Dieses Blog wird ja offenbar seit einiger Zeit nur noch liederlich geführt, aber machen wir uns nichts vor: Wen interessiert es schon.

Nun gut, wir beginnen den 14. September um sechs Uhr achtunddreißig. Das scheint im beginnenden Frühling auf der Südhalbkugel meine standardisierte Erstaufwachzeit zu sein. Jeden ver-damm-ten Tag. Auch am Wochenende. Und das ist echt eine satte Stunde zu früh. Fand ich heute übrigens auch und schlief daher noch bis kurz vor halb neun weiter, denn: Es sind Schulferien vor dem chilenischen Nationalfeiertag am 18. September, eine Woche lang. Was natürlich nicht heißt, dass ich nicht trotzdem arbeiten würde. Aber eben nicht wie an den anderen Montagen und Dienstagen mit Unterrichtsbeginn um 9.40 Uhr bzw. mit Vorbereitung auf den Unterricht ab 8.30 Uhr.

Ich fühlte mich allerdings immer noch nicht wirklich wach, aber Herr Hund machte sich bereits empört bemerkbar und so warf ich mich in Jeans und T-Shirt, band mir meine Maske um und ging die morgendliche Hunderunde. Hinterher machte ich mir einen Kaffee, aß ein kleines Stückchen des Lemon Pie von gestern – handgefertigt und wirklich lecker vom Wundertütenmann. Danach war ich so geschwächt, dass ich mich umgehend wieder ins Bett legte und noch eine gute Stunde bis 11 Uhr schlief. Man muss es sich auch mal gönnen.

Ich duschte, wusch die Reste des Geschirrs vom gestrigen Freunde-Abend ab und freute mich noch nach, dass ich nach sechs Monaten Quarantäne, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen das erste Mal wieder Menschen in meine Wohnung einladen konnte. Das hat sehr gefehlt! Ich habe nämlich, obschon reichlich eigenbrötlerisch veranlagt, ganz gerne mal Menschen zu Besuch, die ich bewirten kann und die mir auch etwas bedeuten. Zumal gestern der Wundertütenmann dem zweiten inner circle vorgesetzt wurde. Prüfung bestanden.

Ich machte mir ein frühes Mittagessen mit den Resten vom Apfel-Sellerie-Hühnchen-Salat. Hier das Rezept, falls es jemand probieren mag.

– Stangensellerie und Braeburn-Äpfel, gleiche Menge, je ca. 300-400 g, fein würfeln
– zwei Zitronen, auspressen, 3 EL davon
-1 Avocado, mittelreif, in kleine Stücke schneiden
– Hühnchen, nach Belieben viel, ich habe etwa zwei Handvoll vom Supermarkt-Grillhähnchen abgezupft (Resteverwertung galore)
– Walnüsse, zerdrückt, etwa eine Handvoll, kann aber auch mehr
– Koriander, eine Handvoll, kleingeschnippelt (für Korianderhasser: Petersilie geht auch)
– 2 EL Mayo, 5 EL Joghurt
– Pfeffer, Salz, eine Prise Zucker
Mischen, fertig. Ziehen lassen kann, muss aber nicht.

Ich kann mir das Rezept auch mit Birne und Roquefort-Käse vorstellen.

Aber zurück zum Tagesablauf. Ich ging um 13 Uhr eine Hunderunde und setzte mich an den Schreibtisch, um eine Klausur vorzubereiten. Danach gab ich noch die Sammelnoten für das Semester ein. Insgesamt werden es fünf „kleine“ Noten sein, die während des nunmehr sechs Monate andauernden Online-Unterrichts die Teilnahmenote ersetzen. Es hilft, die Schüler bei der Stange zu halten, viel mehr aber auch nicht. Üben müssen sie schon von alleine.

Um halb fünf bezahlte ich noch einige Rechnungen und telefonierte mit einer Kollegin, mit der unsere Zoom-Feier zum Tag der Deutschen Einheit geplant wird. Die lange Liste mit den Quizfragen dafür sollten eigentlich unsere Studenten machen, aber… nun ja. Der Enthusiasmus der deutschstämmigen Chilenen dritter oder x-ter Generation für tatsächlich urdeutsche Themen lässt naturgemäß etwas zu wünschen übrig. Nun machen die Kollegin und ich die restlichen Fragen für das „Wer wird Millionär“-Quiz. Daran saß ich auch noch bis 21 Uhr nach einer kleinen einstündigen Siesta auf dem Sofa und letzter, ausgedehnter Hunderunde unter orangefarbenem Abendhimmel (ohne Waldbrandasche wie in Deutschland). Ich machte mir noch einen Toast mit Butter und Nutella und es ist mir ein Fest, den inneren Aufschrei einiger Leser zu hören, die das eine entsetzliche Ansammlung von Kalorien finden. Ich habe mir jedes einzelne Kilo an Hüfte und Bauch ehrlich und teuer erfressen!

Ich sah mir noch einige Folgen einer Koch-Doku an, videotelefonierte mit dem Wundertütenmann, um die Planung für die Feiertage zu besprechen und ging gegen 23.30 Uhr ins Bett.

Ein Gedanke zu „WMDEDGT 09/20.

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