Undinentage.

Tage, an denen ich mich am Liebsten in eine sehr tiefe, unter Wasser liegende Höhle zurückziehen möchte. Fern ab von allen Geräuschen. Nichts kann in mein Wasserschloss eindringen. Keine Erinnerungen, keine Gegenwart. Keine Zukunft. Keine Gefühle. Undinentage. Feste der Wassergeister.

Lesen.

Was in Zeiten wie diesen möglicherweise zum Denken anregt: lesen. Heute gerade erst – ich bin ja ein enormer Spätzünder – gehört, dass Hans Falladas „Jeder stirbt für sich allein“ in meiner unmittelbaren Nachbarschaft verortet ist und schon 2011 vom Aufbau-Verlag in einer unlektorierten Ausgabe neu aufgelegt wurde. Widerstand im Kleinen, im Proletariat, mit einfachsten Mitteln. Auch etwas, worüber man, weil so personalisiert wie es eben geht, als Kommunikationsform nachdenken könnte. Wehret den Anfängen.

[Was schön war] #kw45.

In dieser Woche gab es viele schöne Momente, die allerdings nach Mittwoch durchweg vom Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen überlagert wurden. Ich bin nicht leicht aus der Ruhe zu bringen, aber dieses Ereignis hat meiner Ansicht nach so weitreichende Folgen für Europa und die Wahlen im kommenden Jahr, dass mir Angst und Bange wird.

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Am Montag konnte ein Missverständnis bei zweidreiviertel Bieren ausgeräumt werden, das mir das vorvergangene Wochenende ein wenig auf den Magen drückte. Es würde mich schmerzen, würden derlei Dinge ein gutes und vertrauensvolles Verhältnis zerstören.

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In eisiger Nacht nach Hause gefahren.

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Der Besuch eines Theaterteams zur Auslotung einer Zusammenarbeit brachte neue Erkenntnisse, was auf und hinter Bühnen alles möglich ist. Ich bin immer wieder freudig überrascht, wenn Menschen ihr Wissen teilen und ohne Erwartung einer Gegenleistung wertvolle Hilfeleistung bringen.

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Die gelungene Premiere am Mittwoch. Die E-Mail am Samstag, dass der Medienpartner gern einen Termin für das Planen des Talkshowformats vereinbaren möchte. Ich bin die Superdilettante!

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20161112_112115_resizedManchmal ist es auch einfach schön, sich wie ein Kind zu verkleiden, zu schminken und in eine Rolle zu schlüpfen, die sogar dazu führt, dass man überhaupt nicht erkannt wird. Als Kulturhexe war ich offenbar eine gute Besetzung. (So gut, dass ich am Sonntagnachmittag einen probaten Hexenschuss bekam, der sich auch bis zum Montag nicht recht verflüchtigen wollte. Welche meiner Co-Hexen hat mir auf den Rücken gespuckt?)

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Die Geburtstagsfeier, zu der ich am Samstag eingeladen war, fand wider Erwarten nicht beim Geburtstagskind zuhause statt, sondern in einem Restaurant ein Stück entfernt. Was ich allerdings erst bemerkte, als auf mein Klingeln niemand öffnete. Man verzieh mir das späte Erscheinen und ich bekam noch eine leckere Martinsgans. Wie schön es war, alte Freunde wieder zu treffen!

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Die Freude am Kochen wiedergefunden: Spitzkohl mit Kräuterseitlingen, gewürzt mit Ingwer, Szechuan-Pfeffer, Knoblauch in Sojasahnesauce.

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Mütter.

In der vergangenen Woche feierte ein Theaterpädagogikprojekt Premiere, das sich mit dem Thema Mütter und ihren Geschichten in der Geschichte befasste. Die beiden Theaterpädagoginnen hatten gemeinsam mit 10 Seniorinnen und Senioren deren Beziehung zu ihren Müttern und die darin verorteten Geschichtskontexte zu einem Stück gestrickt. Nicht zuletzt dank der begehbaren Rauminstallationen, die Oberthemen wie „Zuhause“, „Heimat“ oder auch „Vater“ als Rahmen vorgaben, wurden die geschichtlichen Stationen greifbarer für die Zuschauer. Die Laienschauspieler erzählten Episoden aus dem Leben ihrer Mütter, von Momenten, die ihnen in der Beziehung am prägnantesten erschienen und malten so gleichzeitig nach, wie es den Frauen in der Zeit im und nach dem zweiten Weltkrieg, teilweise als Vertriebene, teilweise als junge DDR-Pioniere, aber auch als schon vorher bettelarme Kleinbauern in Thüringen ergangen war.

Ein Bestandteil des Projektes waren auch direkte Fragen an die kleinen Zuschauergruppen, die von den Laiendarstellern durch die Installationsstationen geführt wurden. Eine der Damen fragte mich direkt, was ich von meiner Mutter gelernt hätte. Ich musste stutzen, denn mir fiel nichts ein. So schob ich meine Großmutter vor, von der ich kochen und haushalten gelernt habe. Mir wollte einfach nicht einfallen, was mich meine Mutter gelehrt haben könnte. Und das tut es bis heute nicht. Das brachte mich im Nachgang doch sehr zum Nachdenken, wie weit der Arm der Mutter-Kind-Beziehung doch ins Heute reicht, selbst, wenn sie eher eine Nicht-Beziehung war und ist.

Nach der – für meine Begriffe – sehr, sehr gelungenen und mitnehmenden Premiere standen wir noch im Foyer und besprachen unsere Erlebnisse. Die Kollegin meinte, dass sie teilweise den Tränen nah war, wenn sie an ihre eigenen Kinder denkt und wie diese vielleicht einmal über ihre Beziehung sprechen würden. Und mir wurde bewusst, dass die Frauen und Männer, die ich soeben über ihre Mütter sprechen sah, meine Elterngeneration sind. Ich habe sie die gesamte (Proben-) Zeit als Großelterngeneration wahrgenommen, die ein gutes Stück weiter weg ist von mir als meine Mutter, der ich mich aber dennoch näher fühle. Meine Mutter wird nächstes Jahr 70 und ist damit genau ein Jahr jünger als die jüngste Laienschauspielerin des Stücks.

Ich bin nicht mehr jung. Und irgendwie habe ich das vergessen.

Edit: Natürlich könnte ich auf das Stück und die Rezensionen verlinken. Aber damit würde ich möglicherweise eine Verbindung schaffen, die ich in meinem Arbeitsumfeld nicht möchte. Googlen Sie selbst, wenn es Sie interessiert. Die Schlüsselworte finden Sie im Text.

Weltentaumel.

Wir sind überrascht. Wir sind unglücklich, wissen nicht, was die Zukunft bringen wird. Uns ist der Glaube an die Zukunft verloren gegangen. Wir haben Angst.

Da ist einer, der uns Angst macht. Ein unberechenbarer Mensch, so scheint es, hat die Macht übernommen, in einem Land, das zwar einmal eine neue Welt war, aber was ist heutzutage schon eine Welt! Sie ist zu klein geworden für all die Konflikte, gesellschaftlichen Umwälzungen, für die Unzufriedenheit der (vermeintlich) Abgeschlagenen. Alles, was woanders passiert, kommt so nah. Das Netz.

Ich versuche ein wenig Zweckoptimismus. Es wird ja nie etwas so heiß gegessen wie es gekocht wird – wäre das tröstlich? Der wird schon wissen, was er tut, schließlich ist er Geschäftsmann! Oder wie wäre es damit: er hat doch auch Familie, da kann er doch gar nicht so schlecht sein. Warten wir doch einfach ab, der wird sich schon an der Realität die Haartolle versengen!

Ja, das hört sich doch gar nicht so schlecht an. Aber bei alledem denke ich an die Geschichten aus der Kindheit, als die Großeltern behaupteten, sie hätten doch nichts gewusst. Man habe doch nie gedacht, dass Hitler das wahr macht! Und außerdem: irgendwie sei es doch auch genug gewesen mit dem Kleinmachen Deutschlands durch die Welt, man habe doch einen Platz an vorderster Front verdient.

Ich zitiere mich aus einer vor einigen Tagen geschriebenen E-Mail: Manchmal glaube ich, dass die Welt aus den Fugen geraten ist und niemand den Kitt hat, um sie wieder zusammen zu fügen. Dass sich Geschichte wiederholt, egal, was wir dagegen tun.  Ich kenne niemanden, der  aktuell optimistisch in die Zukunft blickt. Die Leichtigkeit früherer Jahre und der unbedingte Glaube an die Zukunft sind mir wie auch vielen meiner Freunde abhanden gekommen. Vielleicht ist es aber auch nur der Herbst, der diesen tristen Pessimismus über uns schickt.

Ich hoffe, dass es nur der Herbst ist. Allein, mir fehlt der Glaube.

[Was schön war] #kw44.

Den Montagabend in angenehmer Gesellschaft bei einer Tatort-Preview verbracht. Ich bin ja nicht so der Fan von Tatorten (hört sich irgendwie komisch an!), und auch dieser hat die bewährten Elemente: Regionalkolorit, ein Ermittlerduo – hier: Ludwigshafen und Ulrike Folkerts -, seltsame Begierden, Süchte und Beziehungen. Dazu noch ein paar Running Gags und fertig ist die Laube. Was diesen Tatort aber ein wenig über das Übliche heraushebt: Jungregisseur Axel Ranisch hat mit seiner Workshop-Methode sogar aus eingeschliffenen Schauspielerstars wie der Folkerts ein gewisses Improtalent hervorgelockt. So natürlich habe ich jedenfalls lange niemanden mehr spielen sehen.

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Spontane Aktionen sind doch die besten! Vor einigen Wochen hatte ich kurzentschlossen Konzertkarten geschossen, nun werde ich Nutznießerin der Spontanität eines anderen sein. Ich bin gespannt auf Mönchsgrasmückenkonzertklänge. Mir wurde viel versprochen.

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„Haben Sie noch Hexennasen?“ Die Verkäuferin fasst sich an die eigene Nase und antwortet: „Die bleibt dran.“ Ich lachte und nahm zehn Stück mit, dazu einige Perücken und drei Zauberhüte. Was tut man nicht alles für den Job.

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Möglicherweise ist das Team bald komplett. Ein sehr versierter Bewerber kann sich hoffentlich für uns erwärmen. Ist ja doch eine Entscheidung, weg vom Theater, hin zum Gastspielhaus mit eher wenig Hochkultur. Ich würde mich freuen, er könnte sehr gut ins Team passen.

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Freundinnen-Zeit verbracht. Hilfe bekommen bei der blöden Nachlasspatientenaktenregelung.

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Sich häufende Übereinandernachdenkzeiten.

WMDEDGT 11/16.

 

Frau Brüllen fragt, was wir eigentlich den lieben langen Tag so machen und zwar immer am 5. eines Monats. Voilà. Sie müssen aber erst einmal mit mir träumen.

Nachdem ich gestern mit Kopfschmerzen und Halskratzen früh ins Bett ging, wachte ich entsprechend früh auf, las kurz das Internet leer und schlief wieder ein. Nur, um von einer ankommenden SMS erneut zu erwachen, kurz über deren Inhalt zu schmunzeln und wieder einzuschlafen. Sonst träume ich höchst selten, mein Körper hat sich anscheinend von den REM-Phasen verabschiedet. Vielleicht sind regulär sechs bis sieben Stunden Schlaf auch einfach zu wenig. Nun, heute war das anders, möglicherweise habe ich auch erhöhte Temperatur. Auf jeden Fall bekam ich von meinem Unterbewusstsein einen höchst seltsamen Traum serviert, den ich Ihnen, geschätzte Leser, nicht vorenthalten will. Denn einige von Ihnen kommen schließlich darin vor.

Eine bayerisch anmutende Hütte auf einem Hügel. Man sieht weit ins Land, irgendwo am Horizont dümpelt eine Sonne im Dunst vor sich hin. Es ist noch halbwegs warm, daher ist ein riesiges – und ich meine wirklich ein riesiges, mindestens vier mal fünf Meter großes – Bett vor dem Haus aufgebaut. So ein Ibiza-Divan, aber eben in einer etwas anderen Landschaft und viel, viel größer. Viele Menschen aus dem RL und dem Internet lümmeln darauf herum, aber alle sind angezogen, das möchte ich hiermit betonen! In meinen Träumen gibt es keinen Schweinkram! (Schade.)

Frau Modeste ist anwesend, Frau Cucina Casalinga beschwert sich über die Bequemlichkeit (kein Wunder, las ich doch früh von ihrem über Nacht entstandenen Hexenschuss). Irgendwo im Hintergrund unterhalten sich eine Uni-Freundin und Herr Kid. Ein Freund des Mannes kommt vorbei und sagt, dass ich mich schon lange nicht mehr gemeldet hätte. F. trägt eine Medusenmütze. Die Schlangen sind klein, braun und züngeln über seinen Augenbrauen herum. Ich wundere mich im Traum darüber, aber nun, was soll man gegen sein Unterbewusstsein machen.

Der SMS-Sender von vorhin sitzt neben mir und da baue ich den Inhalt der Nachricht in den Traum ein und diskutiere mit ihm über Rotbuchen. Kann man machen. Obwohl wir sonst durchaus unterhaltsamere Themen haben.

Die Uni-Freundin setzt sich zu mir und wir tauschen uns über Professor R. aus, der einer der besten war, den wir je hatten und von dem wir wirklich viel gelernt haben. Dann werde ich unruhig und empfehle mich auf gut französisch, um in den nahe haltenden, historisch hübschen Zug zu steigen. Der braucht nur knapp 1 3/4 Stunden bis zur polnischen Ostsee, wo ich aussteige. Ein hübsches Dörfchen, aber wirklich polnisch sieht es nicht aus: Zypressen und Pinien säumen einen Hohlweg, der sich malerisch eine Steilküste hinaufschlängelt. Oleander und Hibiskus blühen neben Geranien (!) und Clematis. Der Strand besteht wie am Mittelmeer in Kroatien aus vielen kleinen, rundgeschliffenen Steinen. Wenig Menschen sind unterwegs und so wandere ich allein dem Meer entgegen, das so blau schimmert und gar nicht nach Ostsee aussieht. Dann wachte ich um halb elf auf, knallwach und ausgeschlafen und grinste vor mich hin. Was für ein Traum.

Frisch geduscht und mit bequemen Jogging-Klamotten angetan, probierte ich meine neue Cafetera aus, die ich gestern in einem nahen Italien-Markt erworben hatte (neben Unmengen von Crema di Carciofi, die ich sehr liebe, und leckeren Oliven). Die Freundin rief an und fragte, ob sie nach unserem Konzertbesuch heute Abend bei mir übernachten dürfe, sie bräuchte mal Abstand von den Kindern und ihrem Partner. Natürlich, ich freue mich!

Das heißt aber auch: noch einmal durch die Wohnung putzen, die in einem teilweise verheerenden Zustand ist. Ich entdecke immer neue Staubecken, die es zu beseitigen gilt. Wenn alles klappt, bin ich aber bald „im Besitz“ einer viel empfohlenen Putzfrau, einer Institution, die der Mann leider nie wollte.

Man sollte im Übrigen gar nicht erst anfangen, beim Säubern der Wohnung noch auf die Idee zu kommen, man könne mal eben auch den Schrankinhalt sortieren. Das habe ich getan, und nun ist die Zeit schon wieder so weit fortgeschritten, dass ich es nicht mehr schaffen werde die Fenster zu putzen. Nun, Morgen ist auch noch ein Tag, um etwas mehr Lux in die Wohnung zu bringen.

Fast eine dreiviertel Stunde muss ich ja immer einplanen, wenn eines meiner redseligen Familienmitglieder anruft. Wenn es nicht die Schwiegermutter ist (die ist für Morgen vorgesehen), dann plaudert meine Mutter sich durch sämtliche Probleme ihres Lebens, vergisst aber immer, nach den meinen zu fragen. Heute allerdings war der Stiefvater dran, der von seinen ersten zwei Wochen am neuen Wirkungskreis in der Nähe von Detroit berichtete. Weiterlesen

Alte Reste.

Und dann stehst du vor dem Spiegel und dir fällt auf, dass das alles schon mal anders aussah. So ein bisschen weniger, nun ja, normal. Du hattest immer eine ganz gute Figur, von den Fußballerwaden mal abgesehen, dein Bauch war – nicht zuletzt dank der morgendlichen Situps – ziemlich gut bemuskelt und der Rest nicht sensationell, aber okay bis überdurchschnittlich.

Aber nicht so furchtbar altersgerecht normal. Also noch nicht gänzlich dem Verfall preisgegeben, aber bis auf die Fußballerwaden hat sich halt alles in einem Maß verändert, das gerade noch eben so akzeptabel ist, mit einem bisschen Sport sogar längerfristig haltbar. Nun ja, der Sport. Reden wir über andere Dinge.

Überhaupt. Geben wir doch alten Resten öfter mal eine Chance. Hören wir mehr Element of Crime und denken daran, dass Sven Regener auch mal jünger war:

Getrunken hab ich wenig, das Tanzen ließ ich sein
Und übrig blieben nur wir zwei
Die letzten sind die besten
Und ich bin immer gern dabei
Die Küche ist ein Chaos, der Flur ein Strafgericht
Was für Schweine lädst du dir bloß ein
Ein Salat darf nie mit Nudeln sein
Denn sowas rächt sich bitterlich
Vom Biervorrat ist schon lange nichts mehr da
Doch alten Resten eine Chance, auf eigene Gefahr
Denn was ist schon eine Party ohne Schmerzen hinterher
Die Sünden wiegen schwer, und leiden kann man nie genug
Gib mir einen Zug
Von dem Kraut mit dem sonderbaren Duft, an dem du rauchst
Nein, das werden wohl alte Socken sein
Was auch immer da verbrennt
Das überlass ich dir allein
Was bessres wüsst‘ ich schon, das ist auch dir nicht unbekannt
Das zeigt das Lächeln, das um deine Lippen schleicht
Vielleicht wird dieser Morgen
Ja doch noch irgendwie charmant
Der Lack ist bei uns beiden zwar schon ab
Doch alten Resten eine Chance, mal sehen, ob es noch klappt
Und was nützt das viele Leiden, wenn man sich nicht auch vergnügt
Die Sünden wiegen schwer, doch begehen kann man nie genug
Egal, wer oben liegt
Deine Hand in meinen Haaren, mein Gebiss an deinem Hals
So stolpern wir durch das Morgenlicht
Doch genug der schönen Worte
Es geht auch ohne, dass man spricht.

[Was schön war] #kw43.

Eine interessante Woche mit einigen Höhepunkten, aber auch emotionalen Marianengräben.

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Wenn nichts geht: Essen geht immer. Und natürlich vor allem beim präferierten Österreicher in unterhaltsamer Gesellschaft. Marillenschnäpse für alle!

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Meine Probezeit sei für ihn schon so gut wie erledigt, sagt der Chef, als ich ihn frage. „Ich brauche Sie.“ – mit diesem Satz sind Verzweiflung wie auch Wertschätzung gleichermaßen ausgedrückt.

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Konzepte für Talk-Bühnenformat gestrickt. Mit heißer Nadel, weil ich ja fortwährend vor mich hindilettiere und immer hoffe, dass niemandem auffällt, wie sehr keine Ahnung ich eigentlich habe. Genauso wie damals bei der Zeitung als Journalistendarstellerin. Konzept vorgestellt, und nun hängt es am Medienpartner, ob sie mitziehen oder ein anderer das bessere hatte. Was an Konzepten wunderbar ist: man kann sich so richtig ausspinnen. Es muss ja nicht alles umgesetzt werden.

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Mit dem Patensohn Trampolinspringen und in einem Riesenbällebad gewesen. Wir hatten sehr viel Spaß und nun möchte er mit mir klettern gehen. Ich werde auf meine alten Tage noch richtig kindaktiv. Wir haben dann beim gemeinsamen Döner und bei Limo auf Opa H. und den Mann angestoßen, unsere großen Verluste in diesem Jahr.

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20161030_112019_resizedManchmal muss es einfach ein neues Kleid sein. Mein Lederkleid nenne ich nun „Jagdkleid“, denn wann, wenn nicht zur Jagd, trägt man solch ein Kleid? Ob ich nun selbst die Jägerin bin oder jagbares Wild – man wird sehen.

Aber je älter ich werde, desto weniger mag ich mich aus der Deckung wagen. Scheu bin ich geworden, früher war ich die Jägerin und meistens habe ich den Blattschuss setzen können. Vielleicht ist das Kleid nun auch eine Art Tarnung: femme fatale, aber rühr‘ mich ja nicht an, ich habe eine zweite (Leder)Haut! Wenigstens bin ich gut angezogen beim Waidwundsein.

 

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Was in dieser Woche nicht schön war, soll nicht verborgen bleiben:

  • Internet ist toll. Man kann Sachen kaufen, Freunde lesen und Partner suchen. Letzteres ist aber nicht mehr so toll wie vor zehn Jahren. Man(n) schreibt sich die Seele aus dem Leib, findet Gemeinsamkeiten, wirbt – und hinterher ist nichts als heiße Luft. Nun denn. Auf ein Neues.
  • Männer, lasst euch gesagt sein: Kluge Frauen warten nicht. Sie gehen.
  • Ich schätze verplauderte Nachmittage. Aber ich muss aufpassen, wenn es an Themen geht, die dann eine Tiefenwirkung entfalten. Ich möchte nicht mehr über die Psychologie meiner Familie nachdenken müssen.
  • Im Verdrängen bin ich gut. Und so kommen nach drei Monaten die Bilder der letzten Tage und Stunden des Mannes an die Oberfläche und lassen mich nicht schlafen. Es macht so schrecklich müde, und mir gelingt es kaum noch, mich gedanklich an sonnige Strände zu versetzen – ein sonst sicheres Mittel, mich aus unangenehmen Situationen heraus zu nehmen.
  • Überhaupt: diese Woche war nicht so schön, wie sie hätte sein können. Letztendlich liegt es aber an mir, wieviel Interpretation, Reflektion und Projektion ich im Zwischenmenschlichen zulasse und was (Selbstbe-)Trug und Wirklichkeit ist. Ich neige zum Träumen in falschen Momenten. Das muss aufhören.
  • Ich habe genug gelitten in diesem Jahr. Ich will nicht mehr leiden.

Es kann nur besser werden.