Kompass.

Der innere Kompass, er hat mich bis ans Ende der Welt geführt, nicht nur sprichwörtlich, sondern auch tatsächlich. Vor bald drei Jahren bin ich aufgebrochen auf eine Reise, die für mich nicht nur ein langgehegter Traum war, sondern auch ein Traum an sich. Nach drei Jahren fremdbestimmten Lebens an der Seite des kranken Mannes hatte ich nur noch für mich zu denken, planen und entscheiden. Ganz entsprechend meiner Natur, lieber allein zu sein als in einer Partnerschaft oder Familie und nicht allzuviel Nähe zuzulassen.

Ich wollte immer ein Tattoo haben, es wurde ein Gecko, mein kleiner Glücksbringer auf allen meinen Reisen bislang. Und eigentlich sollte es bei diesem Tattoo bleiben. Aber schlussendlich wird ein Kompass dazukommen. Einer, der mir nicht nur innerer ist sondern Ausdruck dessen, was möglich war und was ich möglich gemacht habe.

Jahresendzeitfragebogen 2019.

Kommt es eigentlich nur mir so vor, dass die Zeit ab irgendeinem Zeitpunkt im Leben schneller zu vergehen scheint? Das ist jedenfalls mein Eindruck dieses Jahres 2019. Ob da in den vergangenen Jahren auch so war, können sich ja hier in den vergangenen 16 Jahren Jahresbilanz lesen: 2018, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004 und 2003.*
*2011 habe ich ausfallen lassen. Aus Gründen.

Kommen wir zu 2019. Die 20er werden anders sein.

Zugenommen oder abgenommen?
Im hiesigen Winter zugenommen, ziemlich viel Schwabbelmasse. Ab Mitte 40 ist das alles nicht so richtig toll, es scheint immer mehr, dass sich das Fleisch vom Knochen löse wie bei so einem garen Brathendl. Immerhin gegen Ende des Jahres wieder erheblich abgenommen und durch die Aufnahme von Fahrradfahren als Transportmittel in meinen Alltag auch an Muskelmasse zugelegt. Ich sage nur: Knallwaden!

Haare länger oder kürzer?
Gleich lang, knapp über Schulter, mehr wird das bei mir nicht ohne erhebliche Hilfsmittel (und Geduld, die ich nicht habe). Wieder ein wenig dunkler, blond war ich jetzt über ein Jahr, aber es wurde irgendwann goldgelbblond und das mochte ich nicht. Jetzt bin ich wieder im Aschbereich, wo ich mich ganz wohlfühle. Die weißen Haare dürfen immer noch ein wenig warten.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Blind wie eh und je. Samt dreimonatigem Kontrolltrermin bei einem Spezialisten wegen der Gefahr der Makuladegeneration und Glaukom. Nicht schön.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Ich musste zweimal nach Deutschland fliegen. Einmal wollte ich dem hiesigen Winter entfliehen. Und einmal musste ich meine Schwiegermutter beerdigen und ihren Nachlass regeln. Meine CO2-Bilanz fällt ebenso grässlich aus.

Der hirnrissigste Plan?
Äh ja. Man kann ja darüber geteilter Meinung sein, ob so ein Fallschirmsprung über einem aktiven Vulkan sein muss. Aber ich wollte Abenteuer. Und ich bekam Abenteuer.

Die gefährlichste Unternehmung?
Ja, da fällt mir spontan dieses Dasein in einem am Bürgerkrieg lavierenden Land ein. Samt Ausgangssperre, brennender Barrikaden, mit Gummigeschossen gezielt auf Gesichter und Genitalien schießender Armee und Polizei, bekloppter Demonstranten, die einen aus dem Auto zwingen wollen, um für sie zu tanzen. Alles erlebt und ich kann immer noch nicht so recht darüber schreiben. Damit ist zum Thema Gefahr und individuellem Sicherheitserleben alles gesagt.

Das beeindruckenste Buch?
Ich habe nach langer Zeit mal wieder Elias Canettis „Masse und Macht“ durchgeblättert. Passend auf Ort, Zeit und Ereignisse.

Der ergreifendste Film?
Ich kann mich an keinen Film erinnern, obwohl ich mit Freunden und dem Caballero in einigen war. Ich war wohl zu beschäftigt mit dem Leben.

Das beste Theaterstück?
Da kommen wir dann zu dem, das auch als hirnrissiger Plan durchgehen könnte. Als ich im Mai von einer Kollegin gefragt wurde, ob ich denn nicht an einem Theaterprojekt des einzigen deutschsprachigen Theaters in Südamerika teilnehmen wolle, sagte ich spontan zu. Man soll ja immer auf den Bauch hören. Es wurde dann Don Carlos von Schiller, in einer gekürzten Zweistundenversion. Mit mir in einer Hauptrolle, der Königin. Das letzte Mal hatte ich in der 12. Klasse in einem Sketch eine Dienstmagd ohne viel Text gespielt. Und dann das. Es hat mir drei Monate lang jedes Wochenende geraubt, viel Nerven gekostet, mich darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich mit Künstlern nach wie vor nicht und dass ich tatsächlich ziemlich gut Schauspielen kann. Dankegerne, aber nicht wieder. (Es sei denn, ich bin die Regisseurin. Stay tuned.)

Das beste Lied?
Muse: Starlight.

Das schönste Konzert?
Das Konzert von Muse, kurz vor den Unruhen und der Krise in Chile, gemeinsam mit dem guten Freund C.. Wir haben die ganze Zeit wild getanzt und hinterher dafür gemeinsam gelitten. Er Knie, ich Hüfte. Gut, dass er Orthopäde ist.

2019 zum ersten Mal getan?
Aus einem Flugzeug gesprungen und dabei gedacht: Fliegen ist wunderschön und wenn ich jetzt sterbe, hatte ich alles. Einen eigenen Hund adoptiert. Ein Haus geerbt. Ein Haus verkauft. 2020 dann: ein Haus kaufen. Ich arbeite weiter an meiner Bucket-List.

2019 nach langer Zeit wieder getan?
Theater gespielt.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Arbeiten. Theaterproben. Ganz allgemein mit der Organisation und dem Aufbau meines Soziallebens.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Den neuen Freunden. Sowieso: unbezahlbar. Partner und Lebensgefährten kommen und gehen. Freunde, die wahren, kommen und bleiben. Und auch mit Salsa-Tanzen. Ganz entgegen des Vorurteils des Ex-Verehrers, ich würde es nie lernen: Ich habe es gelernt. Und ich bin verdammt gut darin. Take this, asshole.

Vorherrschendes Gefühl 2019?
Ich würde gerne wieder lieben. Vielleicht hilft mir der kleine Hund dabei.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Chile in der Krise, ein nachträglich festgestellter Vertrauensbruch allererster Qualität, Erbstreitigkeiten.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich ich bin und mich nicht mehr grundlegend ändern werde. Der Caballero hat es leider nicht begriffen. Aber wir bleiben dabei: mein Stall von Ex-Freunden, mit denen ich nach wie vor ein gutes Verhältnis habe, ist gut unterhalten und sie sind alle von gutem Blut.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Der Geburtstagsbesuch am anderen Ende der Stadt, unter Überwindung von brennenden Straßenbarrikaden, vielerlei Umwegen und drohender Ausgangssperre.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Freundschaft. Und einen Beutel voll mit Avocados und Zitronen vom Land.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ich danke dir für deine Sturheit. Das hätte nicht jeder gewagt.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Du bist unter den Top 3.“

2019 war mit 1 Wort…?
Herausfordernd.

2020, ich wünsche mir von dir: einen Ort, an dem ich in eigener Erde meine Wurzeln eingraben kann, wo meine mühsam aus einem Avocadokern gezogene Pflanze, mein Hund und ich eine Heimat finden, einen Menschen und Begleiter in allen Lebenslagen, der mich liebt und den ich liebe und ansonsten weiterhin gute Gesundheit. Ist nicht zu viel verlangt, oder? 2020, sei der neuen Dekade würdig. Es werden meine 50er sein und ich weiß nicht, wie viel Zeit mir bleibt. Mach das Beste draus, dann mach ich es auch.

WMDEDGT 12/19.

Die Kudos für diese Institution gehen wie immer an Frau Brüllen.

Gegen viertel vor sieben mit dem Gefühl aufgewacht, unter einem Dampfhammer geschlafen zu haben. Was vermutlich auch stimmt, denn ich war relativ früh im Bett gestern und schlief sogar recht schnell ein. Warum also Kopf- und Gliederschmerzen, Körper? Hm? Glücklicherweise schlief ich noch einmal eine halbe Stunde, bis der Wecker mich endgültig aus dem Schlaf riss. Nach Dusche und etwas unwilligem Vor-dem-Schrank-stehen-und-nicht-wissen-was-anziehen fand ich dann doch ein Sommerkleid, in dem mein aktueller Minibauch weniger zu sehen ist.

Ich machte mir Kaffee und Frühstück (Toast mit Käse und scharfer Salami) und setzte mich noch einmal eine halbe Stunde bis um neun an den Computer. Gestern hat endlich die unglaublich besch… agierende Bank das Dokument mit einer kompletten Kontoübersicht und Zuordnung der Eigentümer geschickt. Nach nur zwei Monaten, fünf schriftlichen Anträgen, gefühlt 100 transkontinentalen Telefonaten, einer Rechtsanwaltsintervention und etlichen Nerven haben sie es geschafft. Danke für nichts, ich war die längste Zeit Kundin.

Um kurz nach neun schnappte ich mir mein Fahrrad und fuhr das erste Mal damit zur Arbeit. Die Stadt hat einen sehr unsicheren Radweg in einen halbwegs sicheren Radweg umgebaut. Seit Beginn der sozialen Krise und dem temporären Ausfall der öffentlichen Verkehrssysteme sind übrigens viele aufs Rad umgestiegen. Eine Verkehrszählung in meiner Straße ergab, dass sich die Zahl der Radfahrer in der Peak hour verdreifacht hat! Ob das eine dauerhafte Entwicklung ist, wird sich zeigen. Einige meiner Freunde fahren jedenfalls weiterhin Rad, obwohl ihre U-Bahnverbindung wieder funktioniert. Ja, so kann man die Verkehrswende auch herbeiführen…

Der Vermieter der Redaktionsräume hatte mir gestern den Schlüssel zu seiner Garage gegeben, sodass ich mein Fahrrad in einem Luxusschuppen unterbringen kann. Dafür habe ich ein bisschen mit den Augen geblinkert und die Gringa ausgepackt. Solange das noch geht, kann’s mit dem Alter noch nicht so schlimm sein. Körper, hörst du mich?

Dann um halb elf Redaktionssitzung mit allen, um in einem Kreativworkshop Ideen für die Features, Do’s and Dont’s der neuen Website zu sammeln. Eigentlich könnte man ja eine Kommunikationsagentur… Aber nun ja, wir sind in Chile, das Geld ist knapper und der Anspruch der Wochenzeitung nicht der einer Tagespostille. Danach erledigte ich bis um 14 Uhr das Einstellen der Online-Artikel und schrieb einen eigenen Text zu Ende. Gegen halb drei war ich wieder Zuhause und fummelte mir aus Couscous, Thunfisch und Tomatensauce eine Magenfüllung zusammen. Bevor ich einen Mini-Mittagsschlaf hielt, reservierte ich noch schnell per Telefon einen Tisch für die Mädelsrunde heute Abend. Online war schon alles ausgebucht, aber die nette Dame am Telefon machte es möglich. Ich habe mittlerweile überhaupt keine Angst mehr auf Spanisch zu telefonieren. Meistens sind meine Gesprächspartner so nett und drosseln ihr Sprechtempo, dann klappt es auch.

Nach dem Mittagsschlaf setzte ich mich um halb vier wieder an den Schreibtisch und erledigte noch einige Korrespondenz für Schul- und andere Projekte und hielt Rücksprache mit dem Chef.

Um viertel nach sieben schwang ich mich auf mein Fahrrad und stürzte mich in den gar nicht mal so schlimmen Feierabendverkehr. Vor dem Lokal stand bereits die A. und wartete. Sie war aus dem Homeoffice gekommen und erklärte sogleich, dass sie den ganzen Tag nichts zustande gebracht habe und dies mit einem kühlen Espumante schön trinken wolle. Gesagt, getan. Wir bekamen unseren reservierten Tisch im ersten Stock, direkt am Fenster, was bei abendlichen 26 Grad immer Gold wert ist. Nach und nach trudelten die anderen Mädels ein, es wurde ausgiebig über einen gemeinsamen Freund gelästert, der sich in gewohnter Manier zum Horst gemacht hatte. Hier wird wirklich gerne über andere Leute gesprochen, das muss man wissen und ist Schlüssel zur Seele der Latinos. An die direkten Fragen nach meinem Privatleben habe ich mich mittlerweile übrigens gewöhnt und habe bei zu indiskretem Nachbohren die ein oder andere Replik parat. (Es geht in der Regel um Kinderlosigkeit und aktuelle Lover.)

Nach ein, zwei Bierchen, Cocktails oder Espumante kamen wir zu den wirklich wichtigen Dingen: wohin fahren wir an den Strand und wohin fahren wir danach an den Strand. Wir hatten für Anfang Januar einen Tag am Meer vorgesehen, den wir aber nur dann durchführen können, wenn alle eine Mitfahrgelegenheit haben. Als das dann geklärt war, ging es um die Wünsche für 2020. X. (Kolumbianerin) will einen neuen Job, einen mit mehr Verantwortung und Fortbildungsmöglichkeiten. Ihr langfristiges Ziel: aus ihrem Buchhalterinnendasein eine Wirtschaftsprüferkarriere machen. C. (aus Bolivien) findet, dass sie immer noch zu wenig reist und wünscht sich eine Gehaltserhöhung an ihrer Uni, damit sie nächstes Jahr unbeschwert nach Portugal, Spanien und Marokko fliegen kann. A. (Peru) will mit ihrem Freund zusammen ziehen, aber nichts überstürzen. Sie wünscht sich, dass ihr neuer Chef genauso super ist wie der alte. Und F. aus Chile hat mit 45 Jahren dann doch endlich den Wunsch, in einer eigenen Wohnung zu leben. Und ein Motorrad will sie sich kaufen. Wir hatten schon überlegt, gemeinsam auf Tour zu gehen. Dafür müsste ich 2020 aber das machen, was ich schon seit 2018 vor mir herschiebe: den chilenischen Führerschein. Derzeit fahre ich hier immer noch mit meinem internationalen herum, was ich aber nicht mehr dürfte…

Tja, und nach meinem Wunsch für 2020 gefragt, antwortete ich: meine Wurzeln einpflanzen, in die eigene Erde, einen Hund adoptieren und den Mann finden, der mir ebenbürtig und mindestens genauso bekloppt wie ich ist. Sie können sich ja vorstellen, wie das mit den Wünschen ist. Vielleicht fange ich mit dem Hund an. Oder dem Haus. Naja, wer braucht schon einen Bekloppten an seiner Seite!

Um viertel nach elf verabschiedeten wir uns voneinander und ich schob mein Fahrrad an der Seite von C., die nur knapp 200 Meter von mir entfernt wohnt, nach Hause, wo ich um Mitternacht einschlief.

WMDEDGT 11/19.

Es ist eine halbe Ewigkeit her, dass ich den 5. eines Monats verbloggen konnte. Danke an Frau Brüllen, dass es diese schöne Tradition immer noch gibt.

Der Wecker klingelte um 7.20 Uhr. Anders als sonst war ich heute nicht schon zwanzig Minuten vor dem Klingeln wach, sondern sehr erschrocken über das Wachwerden. Mir steckte wohl noch der fehlende Schlaf von gestern Nacht in den Knochen. Ich hüpfte unter die Dusche, froh, dass ich keine Haare waschen musste, denn ich würde heute noch einen Friseurtermin haben.

Um viertel nach neun und einen leichten Stau später traf ich in der Schule ein und konnte sogar noch kurz vor Unterrichtsbeginn die Anwesenheitsliste vervollständigen. Man kommt ja zu nichts. Um halb zehn pfiff ich die pausierenden SchülerInnen in den Klassenraum. Es ist immer wieder erstaunlich, wie flott alles mit akustischen Signalen geht. Mir ist es völlig wurscht, ob das pädagogisch wertvoll ist oder nicht. Wir haben ein Pensum durchzuziehen und das setzt Pünktlichkeit voraus. (Ich schicke voraus: es sind volljährige, aber immer noch nicht wirklich erwachsene SchülerInnen. Und es sind Chilenen.) Das Projekt, an dem sie schon ein halbes Jahr arbeiten, ist auf dem Weg der Fertigstellung und nach den anstrengenden letzten zwei Wochen musste ich einigermaßen Motivation versprühen, wenn sie schon die Klasse nicht mehr hat. Viele von meinen SchülerInnen haben mitdemonstriert und hautnah erlebt, wie Tränengas brennt und Erstickungspanik hervorrufen kann. Eine Schülerin hat sich im Erste-Hilfe-Team betätigt und Gummigeschossopfer versorgt. Ein anderer Schüler ist bei der freiwilligen Feuerwehr und wir sind alle sehr stolz und dankbar, dass es Menschen wie ihn gibt. Seine Fehlzeiten werden ihm nicht angerechnet, das ist eine Ausnahmesituation hier. Die Dokumentationsgruppe unter meiner Leitung bekam ein Mini-Briefing zur Nutzung von Hashtags und Metainformationen und machte sich einigermaßen eifrig an die Umsetzung. Danach hatte ich zwei Stunden Pause, die ich mit der Vorbereitung des C1-Kurses verbrachte. Das Thema: Werbung und Marketing sowie Weiterführung eines Projektes zum Thema „Merchandising und Give Aways in Bildungsinstitutionen“. Um kurz nach zwölf staunte ich nicht schlecht, als die Klasse vollzählig erschien und die in der vergangenen Woche mit zwei (!) Schülern begonnene Kreativarbeit mit viel Eifer vorantrieb. So macht fächerübergreifender Sprachunterricht Spaß!

Das Mittagessen musste ausfallen, weil ich besagten Friseurtermin hatte. Gottseidank ist der Salon nur fünf Minuten von der Schule entfernt. Ich hatte mich gestern Abend spontan mit der WhatsApp-Nachricht „Ich brauche neue Haare“ bei ihr gemeldet und sie hatte doch tatsächlich noch einen Termin frei. Neue Haare bekam ich nicht, aber dafür Farbe auf die weißen Schläfen und geschnittene Spitzen. Wir ratschten ein wenig und stellten erleichtert fest, dass wir nicht alleine sind mit dem Gefühl, dass wir ein wenig das Vertrauen in das Land verloren haben.

Um vier war ich Zuhause, wo ein Telefontermin mit der in Deutschland weilenden Chefin* wartete. Wir sprachen kurz die Themen der kommenden Ausgabe der kleinen Wochenzeitung und meine erste Dienstreise durch. Nächste Woche geht es für mich zwei Tage in den Norden zu einer Tagung. Ans Meer, was mich jetzt nicht ganz unfroh macht. La Serena besitzt einen sehr langen, breiten Strand und ist ein beliebtes Urlaubsziel. Ich bin ja nicht zum Spaß dort, aber… es geht schlimmer.

Ich schlang in aller Eile einen Käsetoast herunter, schnappte mein plattes Fahrrad und lief zum Bike-Bruder, der gegen ein Mini-Trinkgeld nicht nur die Schläuche flickte sondern auch die Bremsen überprüfte. Guter Laden, der. Da hatte ich Glück. Danach wollte ich unbedingt noch in einen Laden, der mir letztens aufgefallen war. Im Schaufenster hingen nämlich hübsche Sommerkleider, die nicht so furchtbar supersexy wie hier üblich aussahen, sondern tragbar. Ich probierte einige Oberteile und Kleidchen an und entschied mich schließlich für FARBE! Ja, Sie haben richtig gelesen. Die schwarze Witwe trägt auf einmal Rot, Türkis und ein Musterkleid! Letzteres ist mir im Nachhinein etwas kurz, daher bringe ich das am Freitag zur Schneiderin und lasse mir einen fünf Zentimeter längeren Saum in Schwarz annähen. Dann geht das auch fürs Büro oder in die Schule und nicht nur an den Strand.

Ich koordinierte noch ein wenig mit dem Chef** herum. Die Hongkong-Reise musste in den August kommenden Jahres verschoben werden. Anders geht es gerade nicht mit den Protesten hier und den Protesten dort. Wer weiß, was bis dahin ist, aber aktuell wollen die Ausbildungsunternehmen nichts dazusponsoren. Da bleibt also noch ein Gutteil  Überzeugungsarbeit.

Gegen 18 Uhr erreichte mich die Nachricht, dass der Hausberg von Santiago, der Cerro San Cristobal, in Flammen stehe. Bereits letztes Jahr war die Trockenheit Grund für einen Waldbrand. Die Dürre fordert immer wieder Opfer: der Besitzer der Hacienda, wo wir für das Theaterstück proben, musste bereits Rinder notschlachten, weil sie nichts mehr zu fressen fanden. Und wir stehen erst am Anfang der Klimakatastrophe.

Ich machte mir schließlich etwas zu essen, was ich schon immer mal probieren wollte: gebratenen Salat. Mit Sojasauce ist das ganz genießbar, aber das nächste Mal „verbrate“ ich den Salat dann doch lieber wieder klassisch. Um 20 Uhr machte ich mich an die restliche Buchhaltung für den Nachlass. Rechnungen mussten bezahlt werden und der Nachlassverwalter über neue Post (dankenswerterweise von der wirklich tollen Nachbarin aus dem Postkasten geholt und gescannt) informiert werden. Danach sah ich eine Dokumentation über historische Königinnen und mächtige Herrscherinnen in England an, bevor ich gegen zehn ins Bett ging.

 

*Chefin: Redaktion
**Chef: Berufsschule

 

Knock out.

Und am späten Sonntagabend hatte es mich dann erwischt. Ich lag schon sehr, sehr müde von einem anstrengenden und frustrierenden Theaterprobenwochenende, einer sehr anstrengenden Arbeits- und Ereigniswoche und allgemeiner Befindlichkeit (ich wäre dann doch langsam dankbar für die Menopause) im Bett und sah eine Netflix-Doku. Bis, ja, bis urplötzlich der Brechreiz anfing. Und nicht mehr aufhörte. Gefolgt von ebensolchem Durchfall. Die ganze Nacht rannte ich abwechselnd für die eine oder andere entleibungsfähige Aktivität ins Bad. Um halb sieben Uhr morgens entschied ich mich: Nein, es geht heute nicht. Ich sprach der Chefin eine Nachricht auf WA, dass ich zumindest am Vormittag nicht in die Redaktion kommen könne. Im Verlauf des Morgens und Vormittags wurde klar: es geht nicht mal am Nachmittag. ich war völlig ausgeknockt. Kein Hungergefühl, kein Durst, kein Wachwerden. Ich schlief immer wieder ein und war schlicht zu schwach für etwas anderes. Ich glaube, das letzte Mal war ich in einer derartigen Verfassung, als ich eine Grippe hatte und das muss so ungefähr 20 Jahre her sein. Erst gegen Abend hatte ich langsam wieder Hunger und Durst. Einen halben Teller Spaghetti mit Spinatsauce und viel Wasser und Kamillentee (igitt) sorgten zumindest dafür, dass ich an den kommenden Tag denken konnte. Auch, wenn gegen halb acht Uhr abends das Fieber begann: ich wusste, dass es jetzt vorüber war. Fieber ist bei mir immer kurz und hoch und so glühte ich ein, zwei Stündchen vor mich hin, schwitzte noch ein wenig mehr Wasser aus, als hätte sein müssen und schlief bis zur gewohnten Aufwachzeit um zwanzig nach sieben durch.

Den Tag dann wie gewohnt arbeitend und mit vielen Dingen beschäftigt verbracht. Immer noch leichtes Kopfweh im Hintergrund, aber handhabbar. Von der Kollegin gehört, dass es ein Rotavirus sei, der da gerade umginge. Aha, dann hätten wir das wohl auch geklärt. Das nächste Mal suche ich mir aber was aus, das einen hübscheren Namen trägt.

Abgrund.

Ein Land bewegt sich am Abgrund. Solch eine Metapher wollte man sicherlich immer mal schreiben, wenn man Überschriften texten muss. Nur, wenn man mittendrin ist, dann macht es deutlich weniger Spaß nach schönen Worten zu suchen. Dann möchte man die Wahrheit schreiben oder vielmehr schreien. Dass die Tränengaswolken bis an die Straßenecke reichen, an der dein Büro liegt. Dass Gummigeschosse auf den Straßen zu finden sind, während ihre Empfänger sich nicht behandeln lassen können, weil es keine Versorgung mehr nach Beginn der Ausgangssperre gibt. Dass Ausgangssperre sich viel harmloser anhört als sie ist. Ein Land in Geiselhaft. Dass diese Gesellschaft tief gespalten ist. In jene, denen es (noch) gut geht und jene, denen es nie gut ging. Dass die öffentlichen Schulen eine Katastrophe sind. Dass die Viertel, in denen ich unterrichte, mit der Realität des Landes so viel zu tun haben wie eine Bockwurst mit einer Kanone. Dass sich Kollegen, Freunde und Bekannte verschanzen und anfangen einander aufzulauern. Dass die Menschen, mit denen ich täglich zu tun habe, sehr wenig von der Realität in diesem Land wissen (wollen). Dass ich froh bin, andere Freunde zu haben. Dass ich mich durchbeißen werde.

Über viele Dinge könnte ich schreiben. Aber ich vergrabe das alles erst einmal in mir. Und hole es wieder heraus, wenn ich sehe, dass der Abgrund nicht mehr ganz so nah ist.

Backup.

Manchmal hat man es ja nicht in der Hand. Ein Klick und schon verschluckt sich das System und alles scheint perdü. Nun hat es bald ein Dreivierteljahr kein Wortschnittchen gegeben (jedenfalls nicht auf diesem Kanal). Dank des großartigen Sven K. wurde aber alles gefixt und nun darf wieder geschrieben werden.

Es ist ja so wichtig, ein gutes Backup zu haben. Sag ich jetzt mal so als Resümee der vergangenen Monate. Und zwar nicht nur im technologischen Sinne. Diese letzten Monate haben mir viel gegeben, mich viel lernen lassen und mir etwas genommen, was ich eigentlich erst durch meine Reise gefunden hatte. Ja, ich spreche von Vertrauen. Das Vertrauen in Menschen. Das Vertrauen, dass mich niemand missbraucht, betrügt oder mir etwas Böses will, sei es, dass er einfach nur dumm oder aber halt böswillig ist.

Man hat es ja nicht in der Hand, wie andere mit einem Vertrauensvorschuss umgehen. Letztlich bin ich mit einem blauen Auge herausgekommen. Und ich halte es weiterhin damit, dass ich mein Ideal von Ehrlichkeit und Vertrauen hochhalte. Aber halt nicht mehr für jeden. Pech gehabt. Mich gibt’s dann eben nur noch in kleinen Dosen oder gar nicht mehr.

Dafür habe ich ein gutes Backup. Freundinnen und Freunde, die mir auch mal die unschöne Wahrheit ins Gesicht gesagt haben. Mich gehalten haben, wenn ich nur noch kopfschüttelnd an ihrem Tisch saß und mir die Worte fehlten. Die sich mit mir besoffen haben und einfach sagten: Komm, ich habe uns am Wochenende ein Spa gebucht, du musst hier mal raus. Die mir wertvolle Kontakte zu Rechtsanwälten, Ärzten und anderen vertrauenswürdigen Dienstleistern vermittelt haben. Schön, dass es euch gibt.

Sommerzeit.

Gerade sind es nur vier Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland, bis zum 30. März, dann werden es fünf sein und ab April für drei Monate sechs. Man steckt ja nicht drin, aber es wäre schön, wenn es bei vier Stunden bliebe, das macht vieles angenehmer.

Sowieso ist mir Deutschland so weit weg im Moment. Hier ist es Sommer, sehr warm, man lebt draußen, sucht Schatten, trinkt kühle Getränke im Biergarten und lobt ganz allgemein, dass es hier in Santiago keine Mücken gibt. Jedenfalls keine, die sich bislang besonders auf mich konzentriert hätten. Ich bin offenbar nicht exotisch genug, sie verschmähen mich. Sehr lobenswert.

Die Dinge ordnen sich. Es fehlen noch einige administrative Prozesse, dann kann ich hier weiter ruhig leben und arbeiten. Was es für Ausländer bedeutet, in einer fremden Kultur Behördensprech zu verstehen, wird mir gerade erst bewusst und ich habe Hochachtung vor jeden, der dies in Deutschland schafft und sich durch die Mühlen der Bürokratie kämpft (beinahe hätte ich Demokratie geschrieben – Freud, bist du’s?).

Es sind einige Menschen aus meinem Leben gefallen. Ganz unbemerkt und leise. Vielleicht macht es die Entfernung, die manchmal auch nur aus ein paar Kilometern aber essentiellen Unterschieden bestehen kann. Vielleicht aber auch mein derzeitiges Leben mit fröhlichen Menschen aus aller Herren Länder, die jedes Treffen zu einem Lachkonzert machen können. „Da haben sich ja welche gefunden“, sagte letztens eine Freundin und sie hat wohl Recht. Vom Verlieren und Finden der Freundschaft, so könnte wohl das Motto dieses Sommers lauten.

Der Caballero ist wieder aufgetaucht. „Verlieb dich nicht in mich, tu’s nicht, es ist für nichts Gutes“, sagte ich zu ihm. Ich kläre die Risiken und Nebenwirkungen gern vorher ab. Da bin ich sehr deutsch. Die winzigkleine Latina in mir wartet auf das große Feuerwerk der Gefühle mit einem anderen, dem Richtigen.

Das Warten auf das Richtige. Auch das richtige Haus, die richtige Wohnung wird zu mir kommen.

Jahresendzeitfragebogen 2018.

Ist es denn zu fassen? Schon wieder ein Jahr vorüber! Falls Ihnen über den Jahreswechsel langweilig werden sollte, können Sie sich gerne durch meine vergangenen 15 Jahre Jahresbilanz lesen: 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2010, 2009, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004 und 2003.*
*2011 habe ich ausfallen lassen. Aus Gründen.

Hier aber erst einmal das Kurz-Resümee für dieses, fast vergangene, 2018.

Zugenommen oder abgenommen?
Abgenommen. Seit November fahre ich viel Rad und laufe fast täglich zwischen drei und fünf Kilometer. Und mit Laufen meine ich Joggen. Ich fing irgendwann einfach an und hörte nicht mehr auf, weil es Spaß machte, mir mein Viertel anzusehen. Jedes Mal entdeckte ich etwas Neues. Vor allem entdeckte ich, dass sich meine Kondition ganz erheblich verbesserte, ich fitter war, mich stärker fühlte. Ganz nebenbei nahm ich fast 10 Kilo ab, aber an Muskelmasse zu. Ich fühle mich besser und das ist relevant, nicht die Kilos mehr oder weniger.

Haare länger oder kürzer?
Länger, glatter (wegen der trockeneren Luft) und blonder (wegen der Friseurin und der vielen weißen Haare). Dafür wieder ohne Pony.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Blind wie eh und je. Allerdings habe ich wegen der trockenen Luft in Chile sehr mit trockenen Augen und reibenden Kontaktlinsen zu tun. Also sind meine Augentropfen immer in der Tasche dabei.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Weniger als 2017 auf jeden Fall. Allerdings ist das Leben in Santiago teurer als in Berlin und mein Gehalt nicht eben üppig. Meine Buchhaltung wird es zeigen. Ach ja, da war ja noch etwas, was ich mir als guten Vorsatz für 2019 vorgenommen hatte… Buchhaltung…

Der hirnrissigste Plan?
Verrückt, sicher. Mutig, auch. Aber hirnrissig finde ich den Plan nicht, auf einen anderen Kontinent zu ziehen, in eine neue Sprache einzutauchen und einen völlig anderen Beruf mit viel Verantwortung zu ergreifen. Naja, vielleicht der Teil mit der Liebe, die einen dazu bringt solche Pläne auch umzusetzen. Liebe ist eben hirnrissig.

Die gefährlichste Unternehmung?
Mit dem Fahrrad in der Rush hour durch Santiago zu fahren. Mache ich nur noch, wenn es Fahrradspuren gibt. Busfahrer, my ass.

Das beeindruckenste Buch?
Ich schreibe immer noch an meinem eigenen Drehbuch. Das beeindruckt mich gerade mehr als alle anderen.

Der ergreifendste Film?
In diesem Jahr habe ich nicht eben viel ferngesehen. Wenn, dann Serien auf Netflix oder Dokus. Schön waren eigentlich alle Filme oder Serien, die ich gemeinsam mit dem (Ex-)Verehrer auf dem Sofa gesehen habe.

Das beste Theaterstück?
Viel Telenovela in diesem Jahr, aber kein Theaterstück in realiter. Ich war einmal bei einer Stand Up Comedy, von der ich nicht 10 Prozent verstanden habe. In Chile ist Theater ein elitäres und teures Vergnügen.

Das beste Lied?
Ich habe mir bei Spotify diverse Playlisten angelegt, die ich beim Joggen höre. Darunter ist auch ein Song, der sich mittlerweile zu meinen All time favorites gemausert hat, weil schön: „Quero ser feliz tamben“ der brasilianischen Band Natiruts. Googlen Sie mal, es lohnt sich und transportiert ganz gut mein momentanes Lebensgefühl.

Das schönste Konzert?
Ich war auf zwei Konzerten, beide mit dem (Ex-)Verehrer und gemeinsamen Freunden: Bronko Yotte, ein Rapper, der aber konzertös auftrat und mich erstaunlicherweise in seinen Bann zog. Seine Texte sind – sofern für mich verständlich – vielschichtig und sehr wortspielerisch. Das zweite Konzert: „Solo di Medina“. Ein Funk-Musiker mit ziemlich expliziten Texten, aber sehr tanzbarem Sound.

2018 zum ersten Mal getan?
Auf einen anderen Kontinent gezogen. Als Lehrerin gearbeitet. Ganz ohne wirklich nachzudenken, einem inneren Plan gefolgt, den ich noch nicht kannte.

2018 nach langer Zeit wieder getan?
Mich mit meinen Dämonen auseinandergesetzt. Die partielle Unfähigkeit, mit Nähe und Distanz bei Gefühlen umzugehen, hat mich mein ganzes Leben umgetrieben. Und es macht es nicht eben leichter.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Organisieren von Dingen. Visum, Arbeit, Wohnung, Administration, Sozialleben. Alles musste organisiert werden. Das ist des Expats Aufgabe im ersten halben, dreiviertel Jahr.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Dem Verehrer auf Reisen und auf dem Sofa, insgesamt. Das war sehr schön, ist aber Vergangenheit.

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Ich habe noch viel zu lernen.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Einsame Stunden, in denen ich nicht wusste, wohin mit mir und meinen Dämonen. Unnötiger Streit. Eine Ablehnung zum Post Grade Titel.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass es sich lohnen würde, mit mir befreundet zu sein.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Zeit am Krankenbett, obwohl ich bittere Flashbacks hatte.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Freundschaft, Vertrauen. Eine Schiebermütze.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Du bist ganz besonders in meinem Leben. Ich werde immer für dich da sein.“ 

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Ich bin da.“

2018 war mit 1 Wort…?
Lernprozess.

2019, gib mir Kraft.

Kofferpacken.

In meinen Koffer packe ich…

Das beliebte Spiel zum Gedächtnistraining spiele auch ich heute, denn ich muss mich schon sehr stark daran erinnern, was ich nach Deutschland mitnehmen muss oder möchte und was auch wieder mit zurück nach Chile kommen soll. Die Vorüberlegung muss ja immer sein, was ich mir hier fehlt. Neben den – hier sehr teuren – Kosmetika und Cremes, Winterkleidung, die ich in Deutschland ebenfalls deutlich günstiger und à la mode erstehen kann und einigen persönlichen Dingen muss noch das alte Laptop als Backup-Modell mit und Geschenke. Am liebsten würde ich meine liebsten Gemälde mitnehmen, meinen Schreibtisch, alle Bücher und meine beiden Lieblingssessel sowie den Kuhfellhocker. Eigentlich möchte ich mein altes Leben in Berlin in einen Koffer packen und mitnehmen. Denn ganz eigentlich fehlt mir hier gerade recht wenig (außer den Freunden und der Familie).

Und Liebe. Für die wäre in meinem Koffer immer Platz. Liebe ist das Einzige, was hier gerade fehlt.